Moos, Algen, Vogelkot: Hartnäckige Verschmutzungen richtig entfernen
Photovoltaikanlagen sind für viele Hausbesitzer und Unternehmen ein Symbol für Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit. Doch wie jede technische Oberfläche unter freiem Himmel sind auch Solarmodule anfällig für biologische Verschmutzungen, insbesondere durch Moos, Algen und Vogelkot. Diese Rückstände sind nicht nur unschön, sondern können die Leistung der Anlage erheblich beeinträchtigen und langfristig Schäden verursachen.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Ihre Solaranlage von Algen und Moos entfernen, warum Vogelkot besonders problematisch ist, welche Reinigungsmittel geeignet sind und welche Risiken bei unsachgemässer Reinigung bestehen. Ziel ist es, Ihnen eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten, wie Sie für eine saubere, leistungsstarke und langlebige PV-Anlage sorgen.
Biologische Verschmutzungen: Was steckt dahinter?
Moos, Algen und Vogelkot auf PV sind typische Erscheinungen auf Dachflächen. Wie diese Ablagerungen jedoch entstehen, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Diese Verschmutzungen sind nicht nur optisch störend, sondern wirken sich direkt auf die Energieproduktion Ihrer PV-Anlage aus. Moos und Algen bilden eine lichtundurchlässige Schicht und Vogelkot kann die Glasstruktur sogar chemisch beschädigen, wenn er nicht rechtzeitig entfernt wird.
Warum biologische Rückstände ein ernstes Problem sind
Viele Betreiber unterschätzen die Auswirkungen von Moos, Algen und Vogelkot. Dabei sind die Folgen für eine Solaranlage weitreichend und schliessen folgende Aspekte ein:
Leistungsverlust
Schon eine dünne Schicht Algen kann die Lichtaufnahme um bis zu 10 % reduzieren. Bei flächendeckendem Moos oder hartnäckigem Vogelkot sind sogar 20–30 % Leistungsverlust möglich.
Materialschäden
Vogelkot enthält Harnsäure, die das Glas und Dichtungen einer Photovoltaikanlage angreifen kann. Moos speichert Feuchtigkeit, was zu Mikroerosion und Frostschäden führt. Algen können sich in Ritzen festsetzen und die Modulrahmen unterwandern und zu dauerhaften Schäden führen.
Sicherheitsrisiken
Feuchte Moosflächen auf Modulen erhöhen die Rutschgefahr bei Wartungsarbeiten. Zudem kann sich unter dem Bewuchs Kondenswasser bilden, das elektrische Komponenten gefährdet.
Garantieverlust
Viele Hersteller von Solaranlagen verlangen eine regelmässige Reinigung durch ein professionelles Reinigungsunternehmen als Voraussetzung für Garantieansprüche. Biologische Rückstände gelten als vermeidbare Schäden und wer nicht reinigt, riskiert den Versicherungsschutz.
Vogelkot auf PV-Anlagen: Die unterschätzte Gefahr
Vogelkot ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern ein chemisches. Die enthaltenen Säuren können die Antireflexbeschichtung der Module angreifen und zu dauerhaften Trübungen führen. Besonders kritisch ist getrockneter Kot, der sich wie eine Versiegelung über die Oberfläche legt und nicht nur chemisch darauf einwirkt, sondern auch sehr schwer zu entfernen ist.
Was macht Vogelkot so gefährlich?
Hoher pH-Wert: Greift Glas und Dichtungen an
Organische Bestandteile: Fördern Algenwachstum
Haftkraft: Schwer zu entfernen, besonders bei Sonneneinstrahlung
Eine frühzeitige Entfernung ist entscheidend. Je länger der Kot auf dem Modul verbleibt, desto höher das Risiko für irreversible Schäden.
Reinigungsmittel: Was hilft wirklich – und was schadet?
Die Wahl des richtigen Reinigungsmittels ist entscheidend. Nicht jedes Produkt, das für Glas oder Fassaden geeignet ist, darf auf Solarmodulen verwendet werden. Die Oberfläche von PV-Modulen ist speziell beschichtet und reagiert empfindlich auf aggressive Substanzen.
Geeignete Reinigungsmittel
pH-neutrale Solarreiniger
Speziell für PV-Anlagen entwickelt, rückstandsfrei und materialschonend
Demineralisiertes Wasser
Ideal für die Nachspülung, verhindert Kalkflecken
Biologische Enzymreiniger
Lösen organische Rückstände wie Vogelkot ohne Chemie.
Ungeeignete Mittel
Scheuermittel oder Bürsten mit harten Borsten
Verursachen Kratzer, die die Leistung der PV-Anlage deutlich einschränken können
Glasreiniger mit Alkohol oder Ammoniak
Diese können die Antireflexschicht beschädigen
Hochdruckreiniger
Risiko von Mikrorissen und Wassereintritt
Für die Reinigung sollten immer die Herstellerangaben der Module beachten. Einige Hersteller geben konkrete Empfehlungen für Reinigungsmittel und -techniken. Doch es ist wichtig zu bedenken, dass eine Eigenreinigung meist nicht sinnvoll ist. Abhängig von der Platzierung der PV-Anlage birgt eine manuelle Reinigung grosse Risiken sowohl für die Person, die sich an die Reinigung macht als auch für die Anlage, die bei unsachgemässer Reinigung Schäden erleiden kann.
Reinigungstechniken: So werden Moos, Algen und Vogelkot von PV-Anlagen richtig entfernt
Die Reinigung biologischer Rückstände, wie Vogelkot auf PV, erfordert eine Kombination aus mechanischer und chemischer Behandlung, je nach Art und Ausmass der Verschmutzung.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Sichtprüfung
Zunächst einmal werden die betroffenen Stellen identifiziert. Dabei wird besonders auf grüne Beläge, dunkle Flecken und feuchte Zonen geachtet.
Vorbehandlung
Bei starkem Bewuchs empfiehlt sich ein biologischer Vorreiniger, der Moos und Algen löst.
Mechanische Reinigung
Zur eigentlichen Reinigung werden weiche Bürsten oder rotierende Reinigungssysteme mit Wasserdurchfluss verwendet.
Nachspülung
Die Module werden mit demineralisiertem Wasser abgespült, um Rückstände zu entfernen.
Trocknung und Kontrolle
Die Module werden luftgetrocknet und nicht trockengewischt und im Anschluss auf verbleibende Flecken oder Schäden kontrolliert.
Hinweis: Bei Vogelkot empfiehlt sich eine punktuelle Behandlung mit einem enzymatischen Reiniger, der den Kot aufweicht, bevor er mechanisch entfernt wird.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Reinigung?
Biologische Verschmutzungen treten saisonal unterschiedlich auf. Moos und Algen wachsen bevorzugt im Frühjahr und Herbst, während Vogelkot auf PV-Anlagen ganzjährig ein Thema ist.
Empfohlene Reinigungsintervalle:
Frühjahr: Entfernung von Winterrückständen, zu diesem Zeitpunkt beginnt auch die Moosbildung
Spätsommer: Algenwachstum durch hohe Luftfeuchtigkeit
Herbst: Vorbereitung auf Frost, Entfernung von Laub und Feuchtigkeit
Nach Brutzeit: Kontrolle auf Vogelkot und Nistspuren
Eine regelmässige Sichtkontrolle, idealerweise alle 2–3 Monate, kann helfen, frühzeitig einzugreifen und Schäden zu vermeiden. Auch das
Monitoring Ihrer Anlage kann sinnvoll sein.
Risiken bei unsachgemässer Reinigung
Wer seine Solaranlage selbst reinigt, sollte sich der Risiken bewusst sein. Fehler bei der Reinigung können nicht nur die Leistung beeinträchtigen, sondern auch die Sicherheit gefährden.
Häufige Fehler:
Verwendung ungeeigneter Mittel: Chemische Schäden an Glas und Dichtungen
Zu hoher Druck: Mikrorisse und Wassereintritt
Unzureichende Sicherung: Absturzgefahr bei Dacharbeiten
Reinigung bei laufender Anlage: technische Schäden
Achten Sie auf jeden Fall auf folgende Sicherheitsmassnahmen:
Arbeiten Sie nie allein auf dem Dach
Verwenden Sie geprüfte Sicherungssysteme
Schalten Sie die Anlage vor der Reinigung ab
Tragen Sie rutschfeste Schuhe und Handschuhe
Wer unsicher ist und das Risiko nicht eingehen möchte, sollte einen Fachbetrieb beauftragen. Die Kosten für eine professionelle Reinigung sind deutlich geringer als die Folgekosten durch Schäden.
Wirtschaftliche Auswirkungen von Verschmutzungen
Die Reinigung von Solaranlagen ist nicht nur eine Frage der technischen Pflege, sondern auch ein klarer wirtschaftlicher Faktor. Biologische Rückstände wie Moos, Algen und Vogelkot wirken sich direkt auf die Energieproduktion aus und damit auf die Rentabilität der gesamten Anlage. Schon eine leichte Schicht Algen kann die Lichtdurchlässigkeit der Module so weit reduzieren, dass der Stromertrag spürbar sinkt. Bei stärkerem Bewuchs oder flächendeckendem Vogelkot sind Leistungsverluste von bis zu 30 % keine Seltenheit.
Dieser Ertragsverlust hat unmittelbare finanzielle Folgen. Eine typische 10 kWp-Anlage, die unter optimalen Bedingungen etwa 10 000 kWh pro Jahr erzeugt, verliert bei einem Verschmutzungsgrad von 15 % rund 1 500 kWh jährlich. Das führt zu direkten Einbussen durch eine geringere Stromproduktion. Hinzu kommen potenzielle Folgekosten durch Materialschäden, etwa wenn Vogelkot die Modulbeschichtung angreift oder Moos die Dichtungen unterwandert und Feuchtigkeit eindringt. Solche Schäden können Reparaturen oder sogar den Austausch einzelner Module erforderlich machen, was die Betriebskosten zusätzlich erhöht.
Eine professionelle Reinigung bezahlt sich quasi selbst durch die Leistungssteigerung der Anlage und langfristig betrachtet schützt sie nicht nur die Leistung, sondern auch die Lebensdauer der Anlage. Wer also regelmässig reinigt, handelt nicht nur technisch sinnvoll, sondern wirtschaftlich klug.
Biologische Rückstände früh erkennen und professionell entfernen lassen
Moos, Algen und Vogelkot sind mehr als nur oberflächliche Verschmutzungen, denn sie sind ernstzunehmende Störfaktoren für die Effizienz und Lebensdauer Ihrer Solaranlage. Wer diese Rückstände ignoriert, riskiert nicht nur einen Leistungsverlust, sondern auch strukturelle Schäden und elektrische Risiken. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Know-how, geeigneten Reinigungsmitteln und einer fachgerechten Technik lassen sich selbst hartnäckige Beläge sicher und nachhaltig entfernen.
Eine regelmässige Pflege schützt Ihre Investition, erhält Garantieansprüche und sorgt dafür, dass Ihre PV-Anlage dauerhaft ihr volles Potenzial ausschöpft. Biologische Verschmutzungen sind vermeidbar – vorausgesetzt, man handelt rechtzeitig und professionell.
Lassen Sie Ihre Solaranlage nicht im Schatten stehen! Ob Moos, Algen oder Vogelkot – wir helfen Ihnen, Ihre Module wieder auf Hochglanz zu bringen. Kontaktieren Sie die Solarpower Care AG für eine individuelle Beratung oder ein massgeschneidertes Reinigungskonzept.
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FAQ – Ihre Fragen, unsere Antworten
Wie erkenne ich Moos oder Algen auf meinen Modulen?
Typische Anzeichen sind grünliche Beläge, feuchte Stellen, dunkle Flecken oder eine matte Oberfläche. Besonders betroffen sind Modulränder und Übergänge.
Kann Moos zwischen den Solarmodulen die Verkabelung beschädigen?
Ja, das ist möglich. Wenn sich Moos in den Zwischenräumen der Module ausbreitet, kann es Feuchtigkeit speichern und in die Kabelkanäle oder Anschlussbereiche eindringen. Besonders bei älteren Anlagen ohne geschlossene Kabelführung besteht ein erhöhtes Risiko für elektrische Störungen oder Kurzschlüsse.
Wie wirkt sich Algenbewuchs auf die Wärmeentwicklung der Module aus?
Algenbeläge verändern die thermischen Eigenschaften der Moduloberfläche. Sie absorbieren mehr Sonnenlicht als sauberes Glas und führen zu einer ungleichmässigen Erwärmung. Diese können Hotspots erzeugen, die einzelne Zellen überhitzen und langfristig beschädigen. Eine regelmässige Entfernung der Algen schützt also nicht nur die Leistung, sondern auch die thermische Stabilität der Anlage.
Gibt es vorbeugende Massnahmen gegen Moos- und Algenbildung?
Ja, einige Massnahmen können das Wachstum deutlich reduzieren. Dazu gehört die regelmässige Reinigung der Dachrinnen und die Entfernung von Laub oder anderen organischen Materialien rund um die Anlage. Auch die Installation von Abstandshaltern zwischen den Modulen kann helfen, die Luftzirkulation zu verbessern und Feuchtigkeitsansammlungen zu vermeiden.











