Leistungsverlust durch Schmutz: Ab wann lohnt sich eine Reinigung?

10. Oktober 2025

Photovoltaikanlagen sind darauf ausgelegt, über Jahrzehnte hinweg zuverlässig Strom zu produzieren. Doch ihre Leistung hängt nicht allein von der Sonneneinstrahlung und der Technik ab, auch äussere Einflüsse wie Schmutz, Staub, Pollen, Industrieablagerungen oder organische Rückstände können die Effizienz erheblich mindern. Der Zusammenhang zwischen PV-Anlage, Leistungsverlust und Schmutz ist komplexer, als viele Betreiber vermuten und sollte nicht unterschätzt werden.


In diesem Artikel erfahren Sie, wie sich Verschmutzungen konkret auf den Stromertrag auswirken, wie Sie mit Monitoring und Benchmarks den optimalen Reinigungszeitpunkt bestimmen und welche Faktoren die Wirtschaftlichkeit einer Reinigung beeinflussen. Ziel ist es, nicht nur zu reinigen, sondern zum richtigen Zeitpunkt, um maximalen Nutzen zu erreichen bei minimalem Aufwand.

Warum Schmutz mehr als nur ein kosmetisches Problem ist

Solarmodule sind permanent der Witterung ausgesetzt. Regen, Wind und UV-Strahlung sorgen zwar für eine gewisse Selbstreinigung, doch viele Partikel haften hartnäckig. Besonders problematisch sind:

Schwarzes Icon mit Wolken und Punkten

Feinstaub aus Industrie oder Verkehr

Schwarzes Icon mit Blume und Pollen

Pollen und Blütenstaub im Frühjahr

Schwarzes Icon eines Traktors

Landwirtschaftliche Emissionen wie Ammoniak oder Silagepartikel

Schwarzes Icon einer Plfanze

Organische Rückstände wie Vogelkot, Insekten oder Laub

Diese Ablagerungen bilden eine lichtundurchlässige Schicht, die den Wirkungsgrad der Module reduziert. Je nach Art und Intensität der Verschmutzung können die Ertragseinbusse zwischen 5 % und 25 % liegen, in Extremfällen sogar darüber.

Wie sich Leistungsverlust konkret auf den Ertrag auswirkt

Der Leistungsverlust durch Schmutz ist nicht linear. Eine leichte Staubschicht kann bereits die Lichtstreuung verändern, während punktuelle Verschmutzungen wie Vogelkot sogenannte Hotspots erzeugen, die einzelne Zellen überhitzen und dauerhaft schädigen.

Beispielrechnung:

Häkchen

Eine 15 kWp-Anlage produziert unter Idealbedingungen ca. 15 000 kWh/Jahr.

Häkchen

Ein durchschnittlicher Schmutzverlust von 12 % entspricht 1 800 kWh weniger Strom.

Häkchen

Abhängig von den lokalen Strompreisen können die Ertragseinbusse bei mehreren Hundert CHF liegen.

Diese Zahlen verdeutlichen: Auch moderate Verschmutzungen haben spürbare finanzielle Folgen, besonders bei Eigenverbrauchsanlagen oder bei Einspeisevergütung mit festen Tarifen.

Monitoring: So erkennen Sie Leistungsverlust frühzeitig

Moderne PV-Anlagen verfügen über Monitoring-Systeme, die Leistung, Spannung und Stromfluss kontinuierlich erfassen. Doch viele Betreiber nutzen diese Daten nicht aktiv zur Bewertung ihrer PV-Anlage auf Leistungsverlust durch Schmutz.

Worauf Sie achten sollten:

Vergleich von Ist- und Soll-Erträgen

Weicht die aktuelle Leistung dauerhaft vom erwarteten Wert ab, kann Schmutz die Ursache sein.

Tagesprofilanalyse

Ein flacherer Kurvenverlauf oder abrupte Einbrüche am Mittag deuten auf Verschattungen oder punktuelle Ablagerungen hin.

Modulvergleich

Bei Anlagen mit String- oder Modulüberwachung lassen sich einzelne verschmutzte Bereiche identifizieren.

Ein gut konfiguriertes Monitoring-System ist der Schlüssel zur frühzeitigen Erkennung von Leistungsverlusten und damit zur gezielten Reinigung.

Benchmarks: Wann ist der richtige Zeitpunkt zur Reinigung?

Nicht jede Verschmutzung rechtfertigt sofort eine Reinigung. Entscheidend ist die Relation zwischen Leistungsverlust und Reinigungskosten. Hier kommen Benchmarks ins Spiel, also Vergleichswerte, die eine objektive Bewertung ermöglichen.

Typische Schwellenwerte:

Häkchen

<5 % Leistungsverlust: Reinigung meist nicht wirtschaftlich

Häkchen

5–10 %: Reinigung lohnt sich bei günstigen Bedingungen (z. B. Eigenverbrauch)

Häkchen

>10 %: Reinigung dringend empfohlen

Häkchen

>15 %: Sofortmassnahme erforderlich, um Schäden zu vermeiden

Diese Werte sind Richtgrössen und sollten mit den individuellen Strompreisen, Fördermodellen und Wartungskosten abgeglichen werden. Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle: Eine Reinigung im Frühjahr bringt oft mehr Ertrag als im Herbst, da die Sommermonate folgen.

Reinigungsarten im Vergleich: Welche Methode passt wann?

Die Wahl der Reinigungsmethode hängt von Dachtyp, Verschmutzungsgrad und Budget ab. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen manueller Reinigung, automatisierten Bürstensystemen und chemiefreien Verfahren wie Osmosewasser. Diese werden von professionellen Reinigungsunternehmen wie der Solarpower Care AG kombiniert angewendet, um eine optimale Reinigung zu erlangen.

Methoden im Überblick

Methode Vorteile Nachteile
Manuelle Reinigung Präzise, flexibel Zeitaufwendig, Sicherheitsrisiken
Reinigungsroboter mit Bürstensystem (rotierend) Schnell, effizient bei grossen Flächen Hohe Anschaffungskosten, Technik nötig
Osmosewasser Rückstandsfrei, materialschonend Geringe mechanische Wirkung

Die Kombination aus mechanischer Reinigung und demineralisiertem Wasser gilt als besonders effektiv, denn sie entfernt Schmutz gründlich und verhindert Kalkablagerungen und Streifen durch kalkfreies Spülwasser.

Einflussfaktoren: Was bestimmt den Verschmutzungsgrad?

Nicht jede Anlage ist gleich stark betroffen. Der Verschmutzungsgrad hängt von mehreren Faktoren ab, die sich teilweise über die Jahre verändern und vom Standort und vom Klima abhängen:

Ein Icon eines schwarzen Ortsbeschriftungs-Pfeils

Standortnähe zu Strassen oder Industrie: Höhere Feinstaubbelastung

Schwarzes Icon von einem Dach

Dachneigung: Flache Dächer verschmutzen schneller

Schwarzes Icon mit mehreren eckigen Kisten

Modulrahmenkonstruktion: Offene Rahmen sammeln mehr Schmutz

Schwarzes Icon von zwei Wassertropfen

Niederschlagsmenge: Regen kann Selbstreinigung unterstützen, nach längeren Trockenphasen kann dieser aber hartnäckige Verschmutzungen nicht entfernen.

Ein Standortgutachten oder eine regelmässige Sichtprüfung hilft, die individuelle Belastung besser einzuschätzen und Reinigungsintervalle richtig zu planen.

Risiken bei zu später Reinigung

Wer zu lange wartet, riskiert mehr als nur Ertragseinbussen. Verschmutzungen können sich verfestigen, chemisch verändern oder in die Modulstruktur eindringen. Besonders problematisch sind:

Ein schwarzes Icon eines Flecks

Verbackene Ablagerungen

Diese stark eingetrockneten Verschmutzungen lassen sich nur noch mit Spezialmitteln und Bürsten entfernen

Ein schwarzes Icon mit zwei unterschiedlichen Kreishälften

Hotspots durch punktuelle Verschattung

Dauerhafte Zellschäden möglich

Schwarzes Icon eines Zahnrads mit Ausrufezeichen im Vordergrund I co

Korrosion an Rahmen und Dichtungen

Feuchtigkeitseintritt und elektrische Probleme

Ein schwarzes Icon mit Schutzschild hinter Banner

Garantieverlust

Hersteller fordern regelmässige Pflege, wenn diese vernachlässigt wurde, kann auch die Garantie verloren gehen.

Eine rechtzeitige Reinigung ist also nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch technisch notwendig, um die Lebensdauer der Anlage zu sichern.

Reinigungsintervall: Wie oft ist sinnvoll?

Die optimale Reinigungsfrequenz hängt vom Standort und der Nutzung ab. Eine pauschale Empfehlung ist schwierig, aber folgende Richtwerte haben sich bewährt:

Ein Icon einer schwarzen Stadt mit Hochhäusern

Stadtgebiet mit hoher Luftverschmutzung:
2× jährlich

Schwarzes Icon von einer Landschaft mit Bauernhof

Ländliche Region mit Pollenbelastung:
1× jährlich, ideal im Frühjahr

Schwarzes Icon mit mehreren Fabrikgebäuden

Industriegebiet oder Landwirtschaft:
2–3× jährlich

Schwarzes Icon einer Wiese mit Sonne im Hintergrund

Freiflächenanlagen mit starker Staubbelastung: quartalsweise Sichtkontrolle und Reinigung nach Bedarf

Zusätzlich empfiehlt sich eine Reinigung nach Extremereignissen wie Sandstürmen, Waldbränden oder intensiven Pollenflugphasen.

Wettereffekte und Selbstreinigung: Wie viel hilft der Regen wirklich?

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Regen die Module automatisch sauber hält. Zwar kann leichter Niederschlag lose Partikel wie Staub oder Pollen abspülen, doch bei hartnäckigen Verschmutzungen wie Vogelkot, Industrieablagerungen oder verbackenem Blütenstaub reicht das nicht aus. Besonders problematisch sind sogenannte Trockenregenphasen, also Perioden mit hoher Luftfeuchtigkeit, aber wenig Niederschlag. In solchen Zeiten lagern sich Partikel auf den Modulen ab, ohne dass sie durch Regen entfernt werden.


Auch die Intensität und Richtung des Regens spielt eine Rolle. Bei stark geneigten Dächern kann Regenwasser schneller abfliessen, ohne die Oberfläche gründlich zu benetzen. Flach geneigte Dächer hingegen begünstigen die Ansammlung von Schmutz, da das Wasser langsamer abläuft und sich in Mulden oder Rahmen sammelt. Zudem kann Regen selbst neue Rückstände hinterlassen, etwa durch gelöste Mineralien im Wasser, die bei Verdunstung Schlieren oder Flecken bilden.


Regen kann die Reinigung unterstützen, ersetzt sie aber nicht. Eine professionelle Reinigung bleibt notwendig, um hartnäckige Rückstände zu entfernen und die volle Leistung der Anlage zu erhalten.

Dokumentation und Reinigungshistorie: Warum Nachweise wichtig sind

Ein oft unterschätzter Aspekt der PV-Reinigung ist die Dokumentation. Viele Betreiber reinigen ihre Anlage sporadisch oder nach Gefühl, ohne schriftliche Nachweise oder eine systematische Erfassung. Jedoch ist in vielen Fällen eine lückenlose Reinigungshistorie entscheidend, wie zum Beispiel bei Garantieansprüchen, Versicherungsfällen oder beim Verkauf der Anlage.


Hersteller von Solarmodulen verlangen in ihren Garantiebedingungen häufig eine regelmässige Wartung und Reinigung. Ohne den richtigen Nachweis durch ein zertifiziertes Reinigungsunternehmen kann im Schadensfall die Garantie verweigert werden. Auch Versicherer prüfen bei Schadensmeldungen, ob die Anlage fachgerecht gepflegt wurde. Eine dokumentierte Reinigung, idealerweise mit Fotos, Zeitstempeln und Leistungsdaten vor und nach der Massnahme, schafft hier Klarheit und Sicherheit.

Was sollte dokumentiert werden?

Ein Icon eines schwarzen Kalenders

Datum und Uhrzeit der Reinigung

Icon eines Reinigungshandschuhs mit Seifenblasen

Art der Reinigung (manuell, maschinell, chemiefrei etc.)

Schwarzes Icon von einem grossen Firmengebäude

Reinigungsfirma oder Eigenleistung

Schwarzes Icon einer Fotokamera

Sichtbefunde (Fotos vor/nach)

Schwarzes Icon mit einer Statistik-Übersicht

Monitoring-Daten (Leistung vorher/nachher)

Zusatznutzen: Eine gut gepflegte Anlage mit einer vollständigen Reinigungshistorie erzielt beim Verkauf einen höheren Marktwert. Sie signalisiert dem Käufer, dass die Anlage technisch in gutem Zustand ist und keine versteckten Schäden vorliegen.

Reinigung lohnt sich – wenn der Zeitpunkt stimmt

Verschmutzungen sind ein schleichender Ertragskiller für jede PV-Anlage. Sie reduzieren die Lichtaufnahme, erzeugen Hotspots und führen zu messbaren Leistungsverlusten. Doch nicht jede Ablagerung rechtfertigt sofort eine Reinigung. Entscheidend ist die Kombination aus Monitoring, Standortanalyse und wirtschaftlicher Bewertung. Wer seine Anlage regelmässig überwacht und mit sinnvollen Benchmarks arbeitet, erkennt frühzeitig, wann sich eine Reinigung wirklich lohnt und vermeidet unnötige Kosten.


Die Reinigung ist kein Selbstzweck, sondern ein gezielter Eingriff zur Ertragsoptimierung und Werterhaltung. Sie schützt nicht nur vor finanziellen Ertragseinbussen, sondern auch vor technischen Schäden und Garantieverlust. Mit der richtigen Methode, zum richtigen Zeitpunkt, wird aus der Pflege einer PV-Anlage ein echter Gewinn.


Holen Sie das Maximum aus Ihrer PV-Anlage heraus! Lassen Sie Ihre Module professionell prüfen und reinigen, bevor Leistungsverluste zum Dauerproblem werden. Die Solarpower Care AG bietet Ihnen Monitoring-gestützte Reinigungskonzepte, individuell abgestimmt auf Ihre Anlage und Ihren Standort.


Vereinbaren Sie jetzt einen Beratungstermin – für mehr Ertrag, mehr Sicherheit und eine längere Lebensdauer Ihrer Solaranlage.

FAQ – Ihre Fragen, unsere Antworten

  • Wie erkenne ich an meiner PV-Anlage Leistungsverlust durch Schmutz ohne Monitoring?

    Achten Sie auf matte Stellen, dunkle Flecken oder ungleichmässige Verschmutzung. Ein plötzlicher Rückgang der Stromproduktion bei gleichbleibender Sonneneinstrahlung ist ein klares Warnsignal.

  • Beeinflusst die Dachneigung den Reinigungsbedarf?

    Ja. Flach geneigte Dächer (<15°) sind anfälliger für Ablagerungen, da Regenwasser schlechter abläuft. Steile Dächer reinigen sich teilweise selbst, aber nicht vollständig.

  • Kann eine Reinigung auch die Lebensdauer meiner PV-Anlage verlängern?

     Ja. Eine regelmässige Reinigung verhindert, dass sich aggressive Rückstände festsetzen und die Modulstruktur angreifen. Das schützt Dichtungen, Glasoberflächen und elektrische Komponenten und trägt zur langfristigen Stabilität der Anlage bei.

  • Beeinflusst die Reinigung die Versicherbarkeit meiner Anlage?

    In vielen Fällen ja. Einige Versicherer setzen eine regelmässige Wartung und Reinigung voraus, um Schäden durch Vernachlässigung auszuschliessen. Eine dokumentierte Pflege kann also nicht nur die Leistung sichern, sondern auch den Versicherungsschutz stärken.

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